Wenn Tiere reden könnten... Kapitel 2


Fontänen statt Fingerabdrücke - Die Wale


Wir Wale sind lebendige Superlative. Hätten Sie das von uns erwartet?

So will ich Ihnen erklären, was der Schöpfer uns Walen an Fähigkeiten und Besonderheiten verliehen hat, die es sonst nirgends im Tierreich gibt. Wussten Sie beispielsweise,
• dass es Wale gibt, die bei einer Geschwindigkeit von 10 km/h fressen können, mit Dauertempo 35 reisen und auf 65 Sachen kommen?
• dass es Wale gibt, die wie Zugvögel alljährlich eine 10 000 Kilometer weite Reise antreten?
• dass es Wale gibt, die komponieren können?
• dass es Wale gibt, die eine 15 Meter hohe Atemdunst-Fontäne blasen können?
• dass es Wale gibt, die mit 3000 Metern den Tauchrekord halten?
• dass es Wale gibt mit einer Antriebsleistung von über 850 kW (Ihre Autos der Mittelklasse haben nur ein Zehntel davon)?
• dass es Wale gibt, die über ein Lungenvolumen von über 3000 Litern verfügen
  (Sie bringen es auf vier, höchstens jedoch sieben Liter)?

• dass es Wale gibt, die mit 42 % den Fettrekord in der Muttermilch halten
  (Ihre Mütter bringen es mit 4,4 % auf gut ein Zehntel dieses Wertes)?

• dass es Wale gibt, deren Zunge so groß ist wie zwei ausgewachsene Pferde?
• dass es Wale gibt, deren Hauptschlagader (Aorta) einen Durchmesser von 50 Zentimetern hat
  und somit Kanalisationsrohren entspricht?

Warum zähle ich das alles auf?

Uns kommt es nicht darauf an, sichere Plätze in Ihrem Guinness-Buch der Rekorde zu erwerben.
Etwas anderes ist uns wichtig: Ist Ihnen beim Lesen des Schöpfungsberichtes schon einmal aufgefallen, dass wir die einzigen namentlich erwähnten Tiere sind: »Und Gott schuf große Walfische und allerlei Getier, das da lebt und webt, davon das Wasser sich erregte, ein jegliches nach seiner Art.« (1. Mose 1,21; Luther-Übers.)?

Warum wohl?
Hat Gott bei unserer Erschaffung ganz besondere Sorgfalt walten lassen? Hat er an uns seine besondere Freude?
Zugegeben, der tiefere Grund ist nicht sogleich erkennbar, aber stellen Sie sich vor:
Wir sind für wert befunden worden, als ein verborgener Hinweis auf die Auferstehung Jesu zu gelten.
Als die Kritiker des Herrn Jesus einmal ein Zeichen von ihm forderten, wies er auf die Jonageschichte hin: »Denn gleichwie Jona drei Tage und drei Nächte in des Fisches (griech. ketos) Bauch war, so wird des Menschen Sohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein« (Matthäus 12,40; Luther-Übers.). Damit deutete der Herr Jesus auf seine Auferstehung hin.

Haben Sie schon einmal bedacht, welches Meerestier über eine Magengröße verfügt, um einem Menschen darin Platz zu bieten? Beim Prüfen bleibt nur unsere Art übrig. Wenn wir im Schöpfungsbericht so unvermittelt herausgehoben sind, dann sehen wir uns in obigem Sinne als ein Zeichen, das auf die Auferstehung Jesu hinweist und außerdem von der Größe Gottes Zeugnis gibt.

So will ich nun ausgiebig aus unserem Leben und von vielen staunenswerten Details erzählen, damit Sie Ihre eigene Schlussfolgerung begründet ziehen können.
Ihre Wissenschaftler haben nicht unsere unterschiedlichen Körpergrößen, Lebensgewohnheiten, Fangmethoden bei der Nahrungssuche oder Lebensräume in den Meeren zur Katalogisierung verwendet. Wir sind vielmehr nach der Art unseres Gebisses in die beiden großen Gruppen (zoolog. »Unterordnung«) Mystacoceti (Bartenwale) und Odontoceti (Zahnwale) eingeteilt worden.
Zu den Bartenwalen gehören die drei Familien Glattwale (Grönlandwal, Nordkaper, Nordpazifik-Glattwal, Südlicher Glattwal, Zwergglattwal), Grauwale und Furchenwale (Blauwal, Zwergblauwal, Finnwal, Brydewal, Buckelwal). Die Unterordnung der Zahnwale bilden die Familien der Pottwale, Schnabelwale (Schwarzwal, Entenwal), Gründelwale, Schweinswale und Delphine.

Unser Lebensraum sind die Ozeane, aber bedenken Sie dabei »Wale sind nicht Fisch, sondern Fleisch!« Wir bringen unsere Jungen lebend zur Welt. Das tut zwar auch der Rotbarsch, aber natürlich gibt es keinen einzigen Fisch, der seinen Nachwuchs säugt. Obwohl wir ausschließlich im Meer leben, sind wir von unserem ganzen Wesen her echte Säugetiere und sind somit auch Lungenatmer. Unsere Körpertemperatur halten wir auf einem festen Wert von 36,5 °C – unabhängig davon, ob wir uns in den eisigen Gewässern der Antarktis oder in Warmwassergebieten wie bei den Azoren oder den Bermudas aufhalten. Sie können sich vorstellen, dass diese Bedingungen eine nicht unerhebliche Zahl von Sonderproblemen mit sich bringt, die aber der Schöpfer für uns hervorragend gelöst hat.

Unsere Geburt und Babyzeit

Wir Wale leben in einer Einehe. Zeugung und Geburt der Jungen finden im Wasser statt. Eine Walmutter bringt etwa alle zwei Jahre ein Kind zur Welt. Die Schwangerschaft dauert nicht so lange, wie man das bei unserer Größe vermuten würde: nur zehn bis zwölf Monate; ich – mein Name ist Pottwal – bringe es allerdings auf über 16 Monate.

Verglichen mit Nashörnern (18 Monate) und Elefanten (22 Monate) sind wir noch erstaunlich schnell. Wenn die Geburt näher rückt, suchen wir uns ein vor Stürmen sicheres Gebiet.
Unsere wichtigsten Kinderstuben sind die Lagunen von »Baja California« für den Grauwal, die Cortez-See für den Blauwal, die Küsten der Hawaii-Insel Maui und einige Bahama-Inseln für den Buckelwal, die Umgebung der Galapagos-Inseln sowie der Azoren und die Westküste von Sri Lanka für mich.

Während Robben zur Geburt ihrer Jungen an Land gehen, »erledigen« wir alles im Wasser. Stellen Sie sich vor, unsere Babys würden zuerst mit dem Kopf geboren werden: Bei einem länger andauernden Geburtsvorgang würden sie notgedrungen schon unter Wasser ihren ersten Atemzug tun und dabei ertrinken.
Daran hat der Schöpfer gedacht, und darum hat er alles so eingerichtet wie bei keinem sonstigen Säugetier: Alle Wale werden in der Steißlage geboren, d. h., das Walkind erscheint mit dem Schwanz zuerst. Dadurch bleibt das Kind so lange wie irgend möglich an der lebenswichtigen Versorgungsleitung, der Nabelschnur.

Es gibt keine schützende Höhle und keine sichere Zuflucht für das Neugeborene, dafür aber neben der liebevollen Zuwendung der Mutter die helfende Fürsorge der Mitglieder der Herde.
Schon von Geburt an sind wir unübersehbare Riesen. Das Neugeborene eines Blauwals ist bereits 8 Meter lang und wiegt 8 Tonnen. Das sind immerhin 2000 kg mehr, als ein ausgewachsener Elefant auf die Waage bringt, und um auf seine Geburtslänge zu kommen, müssten sich mindestens drei erwachsene Elefanten hintereinander aufstellen.

Auch andere Walbabys stehen an Länge und Gewicht dem Blauwal nicht viel nach:
• Grönlandwal: 6 m, 6 t
• Nordkaper: 5 m, 5 t
• Buckelwal: 4,5 m, 2,5 t
• Grauwal: 4,5 m, 1,5 t.

Das Saugen unter Wasser brächte einige Probleme mit sich. So hat der Schöpfer eine wunderbare Einrichtung vorgesehen. Die Mutter spritzt dem Jungen die Milch aus den Zitzen direkt ins Maul. Dies geschieht mit einem solchen Druck, dass eine Milchfontäne an der Wasseroberfläche zwei Meter hoch spritzen würde.
Das Gesäuge liegt in taschenförmigen Vertiefungen, um die Stromlinienform durch nichts zu beeinträchtigen. Das Walbaby muss schnell heranwachsen, damit es für die baldige Wanderung in die polaren Gewässer stark genug ist.
Die Walmilch ist darum die nahrhafteste überhaupt; sie enthält 42 % Fett und 12 % Eiweiß (Vergleich mit dem Menschen: 4,4 % Fett und 1 % Eiweiß) und ist darum recht dickflüssig und cremig. Diese Kalorienbombe, die dem Hundertfachen der Ernährungsration eines erwachsenen Menschen entspricht, bewirkt ein geradezu atemberaubendes Wachstum. Während ein Menschenkind 180 Tage braucht, um sein Geburtsgewicht zu verdoppeln, genügt dem Walbaby eine erheblich kürzere Zeit dafür.

Ein Blauwalbaby nimmt während der siebenmonatigen Stillzeit täglich 90 kg Milch auf. Alle 24 Stunden wächst es um drei bis vier Zentimeter und erhöht das Gewicht dabei um sage und schreibe 80 kg. Das sind pro Stunde 3,3 kg! 18 bis 19 Tonnen dieser äußerst rahmhaltigen Milch bewirken während der gesamten Stillzeit eine Gewichtszunahme von 17 Tonnen.
Ist das nicht ein sensationeller Wirkungsgrad!

Da schwimmt gerade mein Verwandter, der Blauwal, vorbei. Über seine erstaunlichen Größenverhältnisse erzählt er selber nur allzu gerne. Wenn Sie das Außergewöhnliche lieben, dann hören Sie ihm doch einmal zu:

Der Blauwal – Gigant im Tierreich

Ich bin der Größte unter allen 80 Walarten. Mit meinem Körpergewicht übertreffe ich um ein Mehrfaches selbst die Massen der legendären Saurier. Ich bin somit das größte tier, das je auf Erden existierte.

Um mein Gewicht von 140 000 kg (maximal 196 000 kg) zusammenzubringen, wäre eine Herde von 28 Elefanten oder 170 Ochsen erforderlich. Wollten Sie mich mit einer Menschenansammlung aufwiegen, dann bräuchten Sie an die 2000 Personen. Wenn Sie mich gar mit dem kleinsten Säugetier – der Etruskerspitzmaus – vergleichen, dann liegt zwischen uns ein Faktor von 70 Millionen!
Auch mit meiner Länge kann ich Sie ins Staunen versetzen: Mit 33 Metern bin ich auch das längste Lebewesen überhaupt. Eine Kolonne von vier Autobussen überrage ich spielend. Wenn Sie Zahlen lieben, dann kann ich noch mit einigen markanten Daten dienen: Mein Skelett wiegt 22 Tonnen und mein Speck sogar 25 Tonnen.

Außerdem besteht mein Körper aus 50 Tonnen Fleisch. Meine Zunge ist so schwer wie ein Elefant. Mein Herz bringt es mit einem Durchmesser von 1,2 Metern auf das Gewicht eines Pferdes und pumpt ständig die riesige Gesamt menge von 10 000 Litern Blut durch meinen Körper. Meine Hauptschlagader ist eine Röhre mit einem Durchmesser von über 50 Zentimetern. Meine Leber wiegt eine Tonne, und das gleiche Gewicht fasst mein Magen an Nahrung. Meine Niere hat das stattliche Gewicht eines Ochsen.

Sie halten mich nun wohl für einen regungslosen Berg von Fleisch und Speck? Urteilen Sie nicht zu früh! Ich bin dennoch ein Meister der Körperbeherrschung:
Ich kann mühelos bis zu 200 Meter tief tauchen und halte problemlos Kurs auch bei starken Strömungen. Schwimme ich an der Oberfläche, so bewege ich mich mit 28 km/h fort. Dabei muss mein Antrieb 864 kW (= 1175 PS) entwickeln, wofür in der Minute an die 20 000 Liter Sauerstoff nötig sind.
Schwimme ich mit der gleichen Geschwindigkeit unter Wasser, so braucht mein Antrieb nur 124 kW (= 168 PS) und 1850 Liter Sauerstoff. Meine Lunge fasst ein Volumen von 3000 Litern; das entspricht der Füllung von 750 Luftballons. 

Hochleistungsmotor Fluke

Fasziniert dürften Sie auch von meiner riesigen Schwanzflosse, der »Fluke« (engl. fluke = Schwanzflosse), sein. Im Gegensatz zur Schwanzflosse der Fische steht diese bei uns waagerecht. Ihre Evolutionstheoretiker haben mir unterstellt, die Fluke sei als Ersatz für die zurückgebildeten Hinterbeine unserer an  genommenen landlebenden Vorfahren gebildet worden.
Sie sollten wissen: Unsere Vorfahren hatten nie Hinterbeine. Der wirkliche Grund ist jedoch ein anderer: Der Schöpfer hat unsere  Schwanzflosse waagerecht angeordnet, weil dies strömungstechnisch für unser häufiges Auf- und Abtauchen weit vorteilhafter ist als die senkrechte Lage.
Will ich abtauchen, so schlage ich die Fluke lediglich nach unten, im anderen Fall entsprechend nach oben. Die Fluke bildet eine Fläche von zehn Quadratmetern. Das Material ist in äußerst komplizierter Form verarbeitet, um seine Aufgaben pro blemlos zu erfüllen. Mit der Fluke erzeuge ich den Vortrieb, und weiterhin benutze ich sie als Stabilisator und Steuer ruder. Beim Vortrieb führe ich mit der Fluke eine Art Drehbewegung aus, deren Achse in Verlängerung der Wirbelsäule liegt.
Ich kann zwar keinen vollen Kreis beschreiben wie eine Schiffschraube, sondern drehe jeweils um den gleichen Betrag hin und zurück, aber das Wirkungsprinzip ist mit dieser durchaus vergleichbar. Bei meinen weltweiten Wanderungen halte ich bequem eine Marschgeschwindigkeit von 35 km/h aufrecht. Zeitweise vermag ich meine riesige Körpermasse sogar auf 50 km/h zu beschleunigen.
Unsere Körperform und Haut sind so gestaltet, dass wir uns mit höchstmöglichem Wirkungsgrad fortbewegen können. Würden Ihre Strömungsingenieure ein Modell unseres Körpers anfertigen und mit der gleichen Antriebsleistung versehen, wie sie bei uns installiert ist, so schwämmen wir dennoch bedeutend schneller.

Der Schöpfer hat uns eine besondere Haut als Energiesparmaßnahme verliehen, mit der wir Turbulenzen des am Körper vorbeiströmenden Wassers abbauen und in eine Laminarströmung mit geringerem Widerstand umsetzen. Dies geschieht u. a. durch die extra abgestimmte Geschmeidigkeit der Haut, die einen Teil der Turbulenzenergie des Wassers abfängt und über den ganzen Körper eine Dämpfung der hautnahen Wasserwirbel erreicht.

Vollbringt der Schöpfer nicht an jedem unserer Exemplare immer wieder neu ein Wunder? Wir sind aus einem ebenso mikroskopisch kleinen Ei entstanden wie eine Maus oder wie Sie. 

Nach diesem Bericht des Blauwals will ich, der Pottwal, mich nun vorstellen:

Der Pottwal - Rekordhalter im Tieftauchen

Tauchtiefen von 350 Metern und mehr bedeuten für Tümmler und Furchenwale keine Schwierigkeit. Der Schnabelwal schafft es auf 500 Meter, und die Weddelrobbe erreicht sogar Tauchtiefen von 600 Meter.
Wohl wegen meines kastenförmigen Kopfes, der ein Drittel meiner Körperlänge ausmacht, haben Sie mir den Namen Pottwal gegeben.
Ist Ihnen schon aufgefallen, dass wir Wale uns untereinander deutlich unterscheiden?

Mit 20 Metern Länge und einem Gewicht von 55 000 kg bin ich der mächtigste Vertreter der Zahnwale. Zähne habe ich nur im Unterkiefer; im Oberkiefer befinden sich etwa 40 Löcher, in die die 20 cm langen kegelförmigen und gleichgroßen Unterkieferzähne exakt hineinpassen.

Meine hervorstechendste Eigenschaft ist das extreme Tauchvermögen. Tausend Meter Tiefe sind für mich kein Problem. Manchmal tauche ich sogar bis auf 3000 Meter runter.

Warum sind Sie so nachdenklich? Ach, Sie rechnen! Trauen Sie Ihrem Ergebnis nicht? Doch, doch – es stimmt! Mit jeden zehn Metern, die ich an Tiefe gewinne, lastet zusätzlich eine Atmosphäre Überdruck auf meinem Körper. Nach hundert Metern sind es elf Atmosphären. Da es beim Abtauchen mit 7 bis 8 km/h senkrecht nach unten geht, habe ich sogar innerhalb meines Körpers – zwischen Kopf und Schwanzflosse messe ich immerhin 15 Meter – einen Druckunterschied von mehr als einer Atmosphäre zu verkraften.
In 1000 Metern steigt der Druck auf 101 Atmosphären an. Dann lasten auf jedem Quadratzentimeter meines Körpers 101 kg. Das ist so, als hätten Sie die Last eines Schwergewichtlers auf einem Ihrer Fingernägel zu ertragen.
Sie denken aber noch an ein anderes Problem: Wie werde ich mit der Taucherkrankheit fertig?
Haben Sie nur keine Sorge, dass etwas schief geht. Alle Details hat mein Baumeister bedacht und mich entsprechend ausgerüstet. Davon möchte ich Ihnen nun erzählen: 
Zur Vermeidung der Taucherkrankheit hat der Schöpfer mehrere Maßnahmen getroffen. Sie werden sicherlich vermuten, dass die tief tauchenden Wale (Pottwal, Entenwal, Furchenwale), die mühelos anderthalb Stunden unter Wasser bleiben können, über besonders große Lungen verfügen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. In Bezug auf unsere Körpergröße haben wir ausgesprochen kleine Lungen. Während bei Ihnen das Lungenvolumen 1,76 % des Körpervolumens ausmacht und beim Elefanten sogar 2,55 %, sind unsere entsprechenden Werte ausgemacht klein: ich 0,91 %, Blauwal 0,73 %, Nordkaper 0,65 %.

Wir Wale nutzen aber durch eine Reihe von Mechanismen unseren Atemapparat viel intensiver als die Landsäugetiere. So besitzen wir wesentlich mehr kleine Luftgefäße. Unser Blut hat weiterhin einen 50 % höheren Hämoglobinanteil als der Mensch. Damit verfügen wir über eine deutlich höhere Fähigkeit zum Sauerstofftransport. Sie nutzen nur 10 bis 20 % der Atemluft für den Energiehaushalt aus, wir hingegen bringen es auf 80 bis 90 %.
Sie sehen: Wenn wir einen Atemzug tun, dann ist der so effektiv, als würden Sie achtmal ein- und ausatmen. Auf das Abtauchen können wir uns ganz anders vorbereiten als sonst irgendein Säugetier.

Hinzu kommt noch die besondere Fähigkeit, die uns der Schöpfer verliehen hat, dass unsere Muskeln in einmaliger Weise Sauerstoff speichern. Dahinter stecken komplizierte organische Bauweisen und physiologische Sonderausrüstungen.
Nun können Sie sich schon denken, wie ich mich auf einen tiefen Abstieg vorbereite. Ohne Hast und Stress lege ich eine etwa zehnminütige Atemphase ein und fülle alle Sauerstoffspeicher auf. Sie können es sich leicht merken: Für jede Tauchminute rüste ich mich mit einem Atemzug. Mit 60 Atemzügen kann ich mich eine Dreiviertelstunde in 1000 Meter Tiefe aufhalten. Bei 15 Minuten für den Ab- und Aufstieg bleiben mir spielend 45 Minuten zum dortigen Verbleib.
Noch einen wichtigen Unterschied sollten Sie wissen: Wenn Sie einmal tauchen, beziehen Sie 34 % des Sauerstoffs aus den Lungen, 41 % aus dem Blut und 25 % aus den Muskeln und Geweben.
Bei uns ist das grundlegend anders: Nur 9 % entnehmen wir den Lungen und 91 % dem Blut (41 %) und den Muskeln und Geweben (50 %).
Unter Wasser spielt unsere Lunge also nur eine untergeordnete Rolle.

Nun haben Sie sicher noch eine Frage: Wie verhält sich unsere Lunge, wenn wir uns bei großen Tauchtiefen so hohen Drücken aussetzen? Klappt diese nicht wie ein nasser Sack in sich zusammen und wird dabei zerquetscht?
Bei allen Landsäugetieren sind nur die Luftröhre und die großen Bronchien mit Knorpelringen ausgestattet, damit sie beim Einsaugen der Luft offen bleiben. Sie kennen diese Versteifungen ja auch von dem Ansaugeschlauch Ihres Staubsaugers. Bei uns Walen hat der Schöpfer diese Maßnahmen bis in die kleinsten Verästelungen des Bronchialbaumes ausgeführt. Unsere Luftwege können darum nicht zusammengedrückt werden. Außerdem erlaubt diese Konstruktionsart eine schnelle Durchströmung.

Um uns möglichst lange Tauchzeiten zu ermöglichen, hat der Schöpfer weiterhin ein beispielloses Energiesparprogramm entworfen. Während des Tauchens schlägt das Herz nur noch halb so schnell wie an der Oberfläche. Nicht lebenswichtige Körperbezirke oder -teile können wir vorübergehend vom Blutkreislauf »abklemmen«. Der Blutstrom wird durch ein System aus vielen Venenschließmuskeln wie bei einem Netz von Einbahnstraßen umverteilt und reguliert.
Während der Tauchphase werden nur so wichtige Organe wie das Gehirn, das Herz und das Rückenmark mit Sauerstoff versorgt.
Ein unverzichtbares Organ für unsere hoch spezialisierte Tauchtechnik ist das sogenannte Wundernetz (rete mirabile), das der Schöpfer nur uns Walen eingebaut hat.
Ihre Wissenschaftler haben noch nicht alle komplexen Funktionen durchschaut, aber für die Sauerstoffversorgung und beim Druckausgleich spielt das Wundernetz eine zentrale Rolle.

Wozu dient nun diese meisterhafte Tauchausrüstung? Warum steige ich in Abgründe hinab, wo kein Sonnenstrahl mehr hinreicht – in ewige Nacht und finsterste Tiefe?

Man sagt mir nach, ich sei der König der Allesfresser. Aber, ehrlich gesagt, Tintenfische sind mein Leib- und Magengericht – und die gibt es nur in großen Tiefen. Kleine Tintenfische schlucke ich zu Tausenden.
Im Magen eines erlegten Kollegen zählten Ihre Walfänger einmal 28 000 Stück. Auch größere Exemplare schnappe ich mir im Dutzend.

In den Abgründen der Ozeane gibt es allerdings die lohnendsten Leckerbissen: die Riesenkraken. Diese sagenumwobenen Tiere bringen es auf eine Körpergröße bis zu acht Metern, und ihre Fangarme können sogar bis zu 15 Meter lang werden.
Solche Burschen habe ich schon komplett verschluckt. Meistens geht allerdings ein eindrucksvoller »Kampf der Giganten« voraus, bis sie in meinem Magen landen. Mit meinem feinen Ortungssystem kann ich meine Beute absolut sicher ausfindig machen. Ich sende Klicklaute aus, deren Echos ich danach wieder auffange. Trotz dunkelster Nacht informiert mich mein Sonarsystem sehr genau über Zahl und Größe der Beute.

Unsere Nase – nicht im Gesicht, sondern auf dem Scheitel

Im Unterschied zu allen Landsäugetieren befindet sich unsere Nase nicht rostral – mitten im Gesicht –, sondern auf der Oberseite des Kopfes, sozusagen auf dem Scheitel.
Das hat der Schöpfer deswegen so eingerichtet, damit wir bei waagerechter Schwimmlage die Nase an der höchsten Körpererhebung tragen.
Unsere Nase ist mehr als eine Art Schnorchel, um die Luft in die Lunge zu transportieren. Wenn wir nicht atmen, halten wir die Nase mit einem massiven Ringmuskel verschlossen. Zusammen mit dem gänseschnabelartigen verlängerten Kehlkopf, der ein weiteres verschließbares Ventil enthält, wird verhindert, dass über den Atemapparat Wasser in die Lungen gerät.

Im Gegensatz zu allen anderen Säugetieren und zum Menschen haben die Nasenlöcher keine offene Verbindung zur Mundhöhle. So können wir unser Maul unter Wasser weit öffnen, ohne Gefahr zu laufen, Wasser in die Luftwege zu bekommen.

Die Nase ist sehr kompliziert gebaut, und jede Walart, stellen Sie sich das vor, hat ihre eigene Nasenkonstruktion erhalten. Während die Bartenwale zwei Nasenlöcher haben, verfügen die Zahnwale nur über ein einziges. An unserer Atemfontäne – Blas genannt – können Sie schon erkennen, ob Sie einen Barten- oder Zahnwal vor sich haben, ohne uns überhaupt zu sehen. Der Blas ist dann entweder zweigeteilt, oder Sie sehen nur eine einzige Wolke.
In Ihren Kinderbüchern werden wir öfter mit einem schönen, aus dem Kopf spritzenden Wasserstrahl abgebildet. Das vermittelt einen falschen Eindruck, denn auch unsere Nase ist keine Feuerwehrspritze, sondern ein Atemgerät. Was Sie bei unserem Blas sehen, ist kondensierter Wasserdampf, den Sie vom Ausatmen in frostiger Luft her ja auch kennen. Da bei unserem Ausatmen die Gase mit ziemlicher Kraft durch das enge Spritzloch gepresst werden, kommt es dort zu einem starken Druckanstieg der Luft.
An der freien Außenluft expandiert dann der Atem (aus dem Physikunterricht wissen Sie ja noch: Je stärker sich ein Gas entspannt, desto mehr kühlt es sich ab), wobei der Wasserdampf zu Tröpfchen kondensiert. Diese Wasserdampfwolke ist darum in warmen Gegenden ebenso sichtbar wie in Gewässern mit Treibeis.

Der Blas ist für jede Walart charakteristisch: bei Glattwalen ist er 3 bis 4, beim Finnwal 4 bis 6, beim Blauwal 6 und bei mir 5 bis 8 Meter hoch. Bei Furchenwalen ist die Wolke birnenförmig. Ich blase schräg nach vorn. Auch hier gilt: Ein jegliches nach seiner Art!

Unser Ohr – ein Stereo-Seismograph

Lange hielten Ihre Forscher uns für taub. Auch Hinweise von Anatomen (Anatomie = Wissenschaft vom Bau des Körpers und seiner Organe) auf das kompliziert gebaute Innenohr oder die hoch speziellen Gehörnerven vermochten dieses Vorurteil nicht zu erschüttern. Es galt der Grundsatz: Unter Wasser gab es nichts zu sagen und darum auch nichts zu hören.
Unsere Ohren sah man als unnötige Überbleibsel (Rudimente) angeblicher evolutionärer Vorfahren an. Erfreulicherweise haben Ihre Forscher in den letzten Jahren viele Messungen durchgeführt und nun in diesem Punkt gründlich umgedacht.
Man hat sogar gesagt, wir würden von den Kühen abstammen, weil wir mehrere Mägen haben.

Lassen Sie sich durch keinen Evolutionsgedanken beirren. Auch wir sind – ebenso wie Sie – ein genialer Gedanke Gottes. Darum liegt mir auch sehr daran, Ihnen so ausführlich von uns zu erzählen.

Aber nun sollten Sie noch etwas von unserer Ohrkonstruktion hören: Die beste Funkanlage für das Echoloten und unsere schönsten Gesänge – von seinen klangvollen Konzerten erzählt Ihnen gleich der Buckelwal – machen noch keinen Meister der Kommunikation oder der Echoortung, wenn nicht eine besondere, darauf abgestimmte Empfangsanlage existiert.
Hierzu dient unser Ohr, das auffällige Details enthält, die es sonst bei Säugetieren nicht gibt.
Manche Landtiere verfügen über riesige Löffel oder Trichter, um den Schall aus bestimmten Richtungen aufzufangen. Derartig abstehende äußere Ohrmuscheln sind im Wasser hinderlich; sie würden unsere perfekte Stromlinienform zunichte machen. Jeder Ihrer Taucher kann Ihnen bestätigen, dass das Richtungshören unter Wasser ausgesprochen schlecht ist. So können Sie beispielsweise kaum ergründen, woher das Tuckern eines Motorbootes kommt.
An Land rechnet Ihr Gehirn aus den unterschiedlichen Empfangszeiten, mit denen jedes Ihrer Ohren die Schallwellen erreicht, die Richtung der Schallquelle aus. Im Wasser klappt das aber nicht, weil dann der Schall ziemlich ungehindert in Ihren Schädel eindringen kann. Da Ihre Ohren mit dem Schädel verwachsen sind, treten die Schwingungen gemeinsam auf, und die Laufzeitunterschiede für die Richtungsorientierung können kaum mehr festgestellt werden. 

Der Schöpfer hat uns ein so geniales System eingebaut, das im gesamten Tierreich ohne Vergleich ist und uns einen exzellenten Stereoempfang unter Wasser ermöglicht. Wir verfügen über eine »High-tech«-Feineinstellung im Richtungshören, die frei von Nebengeräuschen ist. Als auffällige konstruktive Maßnahme ist unser Ohr aus dem knöchernen Verband der Schädelknochen gelöst. Die Ohrknochen sind nur mit Bindegewebe am Schädel befestigt, sodass sie frei schwingen und die vom Schädel aufgenommenen Schallwellen nicht übertragen werden können.
Das ganze System erinnert an einen empfindlichen Seismographen, mit dem Ihre Geologen auch weit entfernte Erdbebenwellen zu empfangen vermögen. Gehörknöchelchen, Hammer, Amboss und Steigbügel haben darum bei uns eine andere konstruktive Form. Zur Echoortung verwenden die Zahnwale sehr hohe Frequenzen, bei denen ein Trommelfell nicht mehr effektiv arbeiten würde. Darum fehlt hier das Trommelfell oder ist sehr stark von dem Ihrigen unterschieden.
Bartenwale benötigen keine Echoortung, und daher kommunizieren sie im tiefen Frequenzbereich (50 Hertz und darunter). So tiefe Frequenzen haben im Wasser den Vorteil der großen Reichweite. Die Verständigung klappt damit noch mühelos bis zu Weiten von über 100 Kilometern.
Das ist etwa so, als wollten Sie sich über eine Strecke von Hamburg nach Hannover ohne Telefon mit jemandem unterhalten.
Ich lese es Ihnen schon vom Munde ab: Sie wollen nun wissen, was wir wohl auf den Frequenzbändern senden, die uns der Schöpfer zugewiesen hat. Dieses Thema gebe ich gerne an den Buckelwal weiter, denn seine Stücke bringen es auf Konzertreife.

Der Buckelwal – Meistersinger der Ozeane
Komponieren und Reproduzieren ohne Klavier und Noten

Wir sind keineswegs stumm wie Ihre sprichwörtlichen Fische, sondern höchst stimmbegabt. Außer Ihren talentierten Musikern sind wir die einzigen irdischen Lebe wesen, denen Gott die Gabe des Komponierens geschenkt hat. Unsere Gesänge variieren keineswegs nur eine bestimmte Melodie; sie sind ebenso grundverschieden wie die Stücke von Beethoven und den Beatles.
Unsere Musik besteht aus zyklischen Tonfolgen. Beim Komponieren verwenden wir immerhin mehr als ein Dutzend fester Kompositionsregeln.
Jedes Jahr bringen wir einen neuen »Hit« heraus. In den Weiten des Ozeans können wir uns mit unseren Songs mühelos über Strecken von 100 Kilometern hinweg verständigen.
Weil unsere Gesänge zu den eindrucksvollsten und anrührendsten Lautäußerungen der Tierwelt gehören, haben US-Forscher sie mit Unterwasser-Mikrofonen in Stereo aufgenommen. Sie haben inzwischen ein umfangreiches Tonbandarchiv mit Walgesängen zusammengetragen. Eine Auswahl davon hat eine amerikanische Firma als CD mit dem Titel »Songs of the Humpback Whale« herausgebracht.

Wir Buckelwale sind weiterhin durch unsere besondere Jagdmethode bekannt.

Fangmethode mit Köpfchen

Wir wenden eine sehr raffinierte Fangtechnik an. In aufsteigenden Spiralen schwimmen wir um einen Krillschwarm und blasen dabei mit präziser Dosierung ständig Luft durch die Nase ab, die die kleinen Leuchtkrebse wie in einem Stellnetz einkreist. Die Krebse flüchten vor den Luftblasen und konzentrieren sich im Zentrum des Zylinders. Der Kreis der Luftblasen hat kaum die Wasseroberfläche erreicht, dann schnelle ich mit weit geöffnetem Maul nach oben. Mit meinem riesigen Wasserschöpfer entgeht mir nichts. Vor dem Schlucken wird das überschüssige Wasser an den Seiten durch die Barten abgequetscht. Meine Beute bleibt in den Fransen meines Filterapparates – der Barten – hängen.
Auf diese Weise filtere ich zentnerweise meine Nahrung aus dem Meer.

Barten – Krillsieb im Großformat

Über eine solche Reuse verfügen auch alle anderen Bartenwale. Die Barten sind eine einmalige Sonderkonstruktion im gesamten Tierreich. Bei uns bestehen sie aus 270 bis 400 Platten mit flachdreieckigem Querschnitt, die im Oberkiefer aufgereiht sind und aus Horn gebildet werden. Ihr unterer Rand ist so fein wie eine Vogelfeder ausgefranst.

Über eine besonders große Filterfläche verfügen die Glattwale, deren Köpfe über 30 % der Körperlänge ausmachen. Mit dieser riesigen Fischreuse schwimmen die Glattwale durch die Fluten, um ihre Nahrung wie Rahm vom Wasser abzuschöpfen. Die rund 350 Barten beim Grönlandwal sind bis zu 4,5 Meter lang.
Aus 10.000 m³ Meerwasser filtert ein Wal etwa eine Tonne Krill heraus. 
Nun muss ich Ihnen noch unbedingt einen anderen Verwandten vorstellen, dem die Goldmedaille im Schwimm-Marathon konkurrenzlos zusteht. Hören Sie selbst, was ihn zu seinen unvergleichlichen Leistungen motiviert:

Grauwale – die »Zugvögel« der Ozeane

Wir Grauwale halten unter allen Säugetieren den absoluten Langstreckenrekord – und das sogar schwimmend. Wir tun es den Zugvögeln gleich und nehmen alljährlich eine 10.000 km weite Reise auf uns, die vom Nördlichen Eismeer durch die Beringstraße an den Alëuten und an der Pazifikküste Amerikas entlang bis zur mexikanischen Halbinsel Niederkalifornien führt.
Pünktlich zum Weihnachtsfest erreichen wir die kalifornische Stadt San Diego. Wir fliegen nicht in V-Formation wie der Goldregenpfeifer, aber im Verband von etwa 40 Tieren bilden wir eine ansehnliche Grauwal-Armada, die unbeirrt mit 185 Tageskilometern auf ein festes Ziel zusteuert.

Warum gehen wir wohl auf eine so lange Reise, die einschließlich der Rückkehr 20.000 km ausmacht?

Beachten Sie bitte: Das ist bereits die halbe Länge des Äquators oder die Jahresleistung mit Ihrem PKW, wenn Sie häufig mit dem Auto unterwegs sind.

Sie denken wohl, im Süden finden wir zu der Zeit ergiebigere Futtergründe? Nein, nein, das Gegenteil ist der Fall: dort gibt es für uns kaum etwas Essbares. Wir legen also – wenn auch gezwungenermaßen – mit 6 Monaten eine beträchtlich lange Fastenzeit ein.
Das alles tun wir einzig und allein unseren Kindern zuliebe. Ende Januar kommen nämlich unsere Babys zur Welt, und dann müssen wir die Flachwasserlagunen bei San Ignacio an der Küste Niederkaliforniens erreicht haben. Nun verstehen Sie auch, warum wir Grauwale fast alle am selben Tag Geburtstag haben. Obwohl unsere Babys schon bei der Geburt 4,5 Meter lang und 1,5 Tonnen schwer sind, besitzen sie noch keine Speckschicht, die sie vor der Kälte des Nördlichen Eismeeres schützt. Mit täglich 200 Litern Milch aus der »Spritzpistole« nehmen unsere Jungen alle 24 Stunden um 20 kg zu.
Unsere Babys nehmen 8 Monate lang äußerst nahrhafte Milch zu sich. Während zweier Monate wird unser Junges in der Baja-Kinderstube zu einem leistungsfähigen Schwimmer trainiert, damit es fit genug ist für die Rückreise in den hohen Norden. Dies alles geschieht bei völliger Fastenzeit der Mutter.
Auch die Väter machen die lange Fastenreise mit. Zum einen brauchen wir sie, damit sie uns bei der »Herfahrt« gegen die angriffslustigen Killerwale verteidigen, und zum anderen haben wir dort während einer nur kurzen Zeitspanne unsere Paarungszeit. Nach der Rückkehr ins Eismeer ist unser Hunger dann verständlicherweise unersättlich; dann baggern wir den Krill wieder zentnerweise in uns hinein und legen uns wieder eine ansehnliche, mehrere Dezimeter dicke Speckschicht – den Blubber – zu.
Diesen Blubber brauchen wir nicht nur zur Kälte-Isolation, sondern bei der nächsten, mit Pünktlichkeit einsetzenden Fastenreise dient er uns außerdem als unverzichtbare Nahrungsreserve.

Sind wir Wale evolviert oder direkt geschaffen?

Viele Ihrer Wissenschaftler glauben, wir seien als ehemalige Landsäugetiere ins Wasser zurückgekehrt. Bei näherem Hinsehen haben Sie aber bemerkt, dass wir so viele ausgefallene Konstruktionsmerkmale aufzuweisen haben und über so besondere Fähigkeiten verfügen, die es auch ansatzweise bei keinem anderen Landsäugetier gibt.
Denken Sie nur an
• unsere Geburt in der Steißlage
• unsere Milchversorgung unter Wasser
• unsere Tauchausrüstung
• unsere Komponierfähigkeit
• unsere Ohrkonstruktion
• unsere Spezialnase
• unseren Filterapparat
• unsere Fastenreise.

Nein, nein: Eine halbfertige Tauchausrüstung würde uns nichts nützen. Ohne kompletten Filterapparat müsste ich verhungern, und bei falscher Geburtslage hätten Sie mich wohl nie kennengelernt.

Was mich betrifft – ich bleibe dabei –, ich habe einen großen und genialen Schöpfer, der mich meisterhaft geschaffen hat: »Herr, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken« (Psalm 40,6).

Eingangs hatte ich Ihnen erklärt, warum wir zeichenhaft auf die Auferstehung Jesu hinweisen. Nun möchte ich Ihnen noch erzählen, dass wir es noch in einer ganz anderen Weise mit dem Herrn Jesus zu tun haben.

Lesen Sie doch einmal den Anfang des Johannes-Evangeliums:

 »Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist« (Johannes 1,1-3).

Wenn nichts und absolut gar nichts von dem Schöpfungshandeln Jesu ausgenommen ist, dann doch auch wir Wale nicht. Jesus Christus ist nicht nur Ihr Schöpfer, sondern auch der unsere.

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